| Jens
Mahlstedt ist DJ, Musikproduzent und Komponist. Er schreibt
Soundtracks für Theater und Film, vertont experimentelle
Modenschauen und lehrt dies an der FH Hannover, Fakultät
Medien, Information und Design.
Zehn Jahre Love Parade (1991-2000), Nation 2 Nation, E-Werk/Berlin,
Energy Rave Zürich, Mayday (The Raving Society) in Berlin
und europaweite unzählige Gastspiele in allen wichtigen
Clubs sowie Residencies im Beehive (Berlin), Opera House (Hamburg),
Maxx und T-Dance (Bremen) machten ihn als DJ bekannt.
Musik für experimentelle Modenschauen unterrichtet Mahlstedt
seit 2007 an der FH Hannover, FB Design und Medien. Aktuelle
Ergebnisse dieser Tätigkeit sind Inszenierungen für
das Kunstmuseum Celle 2007 und das Museum August Kestner Hannover
2008, die halbjährlich stattfindenden Diplom- und Bachelorschauen
sowie der Modepreis Hannover 2009 und 2010.
Die Shakespeare-Klassiker WAS IHR WOLLT (Bremen 1990) und
HAMLET (Bonn 1996), CLOCKWORK ORANGE von Anthony Burgess (Dresden1998),
alle unter der Regie von Andras Fricsay, MY FAIR LADY (Hamburg
2000, Regie Frank Buecheler) sowie Friedrich Schillers DON
CARLOS (Wiesbaden 2004-2007), DIE PHYSIKER von Friedrich Dürrenmatt
(Berlin 2005-2009) und Shakespeares DER STURM (Wiesbaden 2005),
Regie Andras Fricsay, haben Mahlstedt-Soundtracks.
Im Sommer 1987 fängt Mahlstedt im Berliner Club Beehive
an, Platten aufzulegen. Sein Stil damals: Rare Groove, Funk,
HipHop und Chicago House, der gerade nach Europa abzustrahlen
beginnt. Die Macher des Beehive schleusen Jens nach Hamburg,
wo er ab 1988 erst im Shag, Caesar´s Palace, dem ersten
House-Club der inzwischen musikalisch vielfältigen Reeperbahn-Meile,
und dann lange Jahre Resident des legendären Opera House
im Grünspan auf der Großen Freiheit wird. Von 1989
bis 1994 macht der gebürtige Bremer im Maxx zu Bremen
seine Heimatstadt systematisch und stilsicher mit Techno vertraut.
Ab 1993 veranstalten Steve Bug und er monatlich den richtungsweisenden
T-Dance im Bremer Modernes.
Auf der Love Parade 1992 bietet Gerret Frerichs (Humate)
Jens seine Produzententätigkeit an. Mit Erfolg: Die Loops
´n Tings-Remixes werden der 12“-Longseller der
deutschen Techno-Geschichte. Inzwischen existieren von diesem
Titel mehr als 40 Versionen verschiedener Interpreten. "Loops
& Tings Relooped” klettert im Frühjahr 2004
mal eben einige Wochen auf Platz Eins der ODC, der Nachfolger
“Never Be The Same” erscheint mit Remixen von
Jesper Dahlbäck und JussiPekka.
Jens Mahlstedt arbeitet in den Neunzigern als Moderator für
den SFB und Radio 4 U in Berlin und als Redakteur für
Magazine wie Network Press, Cut und Boom. 1994/95mixt er die
ersten fünf Bonus-CDs der Trance Nation-Serie. Remixes
für Lazonby, Eskimos & Egypt, Yello oder Tokyo Ghetto
Pussy, Josh Wink´s Size 9 und Team Deep oder Casseopaya
folgen.
1995 verlegt Jens nach Jahren in Berlin, Bremen und
Hamburg seinen Wohnsitz nach London, der Stadt seiner Träume.
Im ersten eigenen Tonstudio gleich hinter der Victoria Station
entstehen neue Tunes und Soundtracks. Kein Freund von Schubladendenken jeder Art, stellt Mahlstedt 1995 seine Lieblingstitel des unsterblichen Bert Kaempfert für Polydor zusammen. Und für Push Communications mixt er die
gesuchte Compilation ´Mind Control
Vol. 1´ im Jahr 1997.
1998 folgt sein Debüt-Album „Monkey Island“
beim Hamburger Label Superstition Rec. Auskopplungen daraus
sind „Gong Show“ und „Schwupp", das
vor allem im Steve Rachmad-Remix knallt.
Seit Mai 1999 produziert Jens Mahlstedt mit Steve Mason,
zunächst für dessen Label Experience 2000, Tech
House und Funky Techno. Mit "Acid Phonk" gelingt
den beiden im selben Jahr ein weiterer Klassiker, der viele
DJ-Charts anführt. Seit 2002 produzieren Steve Mason
und Jens Mahlstedt als Sly Fidelity & Clubfoot Breakbeats
und veröffentlichen diese auf verschiedenen renommierten
englischen Labels, darunter Rennie Pilgrems 10 Kilo. Die Maxis
laufen erfolgreich in der vitalen Breakbeat-Szene der Insel,
vom Londoner East End bis in die Clubs der Südküste
Brightons.
Für die Smut´n´Sleaze-Meister Goldlight
vertont er 2005 und 2006 die sechsteilige DVD-Reihe "Das
Bizarre Lexikon". Parallel dazu laufen DIE PHYSIKER stets
ausverkaufte vier Spielzeiten lang am Deutschen Theater Berlin.
Jens macht 2007 ein Clubprojekt mit André Winter und
liefert Musik für den Soundtrack des Psychodramas UNRELATED
(Gewinner des FIPRESCI-Preises beim London Film Festival im
Oktober 2007) der Londoner Regisseurin Joanna Hogg, auch auf
DVD erhältlich.
Herr Mahlstedt ist inzwischen zurück in Norddeutschland,
wo er ein Studio im Grünen aufgebaut hat. Schöne
Aussichten.
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