Biografie

JENS MAHLSTEDT ist DJ, Musikproduzent und Komponist. Er schreibt Soundtracks für Theater und Film, vertont experimentelle Modenschauen und lehrt dies an der Hochschule Hannover, Fakultät Medien, Information und Design.

Zehn Jahre Love Parade (1991-2000), E-Werk Berlin, Energy Rave Zürich, Mayday (The Raving Society) in Berlin und europaweite unzählige Gastspiele in allen wichtigen Clubs sowie Residencies im Beehive (Berlin), Opera House (Hamburg), Maxx und T-Dance (Bremen) machen ihn als DJ bekannt.

Musik für experimentelle Modenschauen unterrichtet Mahlstedt seit 2007 an der Hochschule Hannover, Fakultät Medien, Information und Design. Aktuelle Ergebnisse dieser Tätigkeit sind Inszenierungen für das Kunstmuseum Celle 2007 und das Museum August Kestner Hannover 2008, der jährliche Modepreis Hannover seit 2009, Light On Hannover im Neuen Rathaus Hannover 2011, Restlos in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin 2012 sowie 2013 Nach Neuem Trachten im Schloss Bückeburg und Anglomaniacs & Union Jackets im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover 2014. Nach Neuem Trachten wird 2015 auf der Berlin Fashion Week sowie der Expo 2015 in Mailand gezeigt.

Die Shakespeare-Klassiker WAS IHR WOLLT (Bremen 1990) und HAMLET (Bonn 1996), CLOCKWORK ORANGE von Anthony Burgess (Dresden1998), alle unter der Regie von Andras Fricsay, MY FAIR LADY (Hamburg 2000, Regie Frank Buecheler) sowie Friedrich Schillers DON CARLOS (Wiesbaden 2004-2007), DIE PHYSIKER von Friedrich Dürrenmatt (Berlin 2005-2009) und Shakespeares DER STURM (Wiesbaden 2005), Regie Andras Fricsay, haben Mahlstedt-Soundtracks. Carlo Goldonis SOMMERFRISCHE (Regie Thomas Klenk) läuft im Sommer 2014 auf den Gandersheimer Domfestspielen. 2016 entstehen Musiken für die Uraufführung von Karsten Laskes TERRORKIND, Regie Tim Stefaniak (Würzburg) sowie DIE KLEINE HEXE (Alzenau), Regie Ulrich Cyran. Zurzeit in Produktion ist DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN (Frankfurt/Main und Bad Vilbel 2017), erneut unter Ulrich Cyrans Leitung.

Die Achtziger

Im Sommer 1987 fängt Mahlstedt im Berliner Club Beehive an, Platten aufzulegen. Sein Stil damals: Rare Groove, Funk, HipHop und Chicago House, der gerade nach Europa abzustrahlen beginnt. Die Macher des Beehive schleusen Jens nach Hamburg, wo er ab 1988 erst im Shag, Caesar´s Palace, dem ersten House-Club der inzwischen musikalisch vielfältigen Reeperbahn-Meile, und dann lange Jahre Resident des legendären Opera House im Grünspan auf der Großen Freiheit wird. Von 1989 bis 1994 macht der gebürtige Bremer im Maxx zu Bremen seine Heimatstadt systematisch und stilsicher mit Techno vertraut. Ab 1993 veranstalten Steve Bug und er monatlich den richtungsweisenden T-Dance im Bremer Modernes.

Die Neunziger

Auf der Love Parade 1992 bietet Gerret Frerichs (Humate) Jens seine Produzententätigkeit an. Mit Erfolg: Die Loops ´n Tings-Remixes werden der 12“-Longseller der deutschen Techno-Geschichte. Inzwischen existieren von diesem Titel mehr als 70 Versionen verschiedener Interpreten. „Loops & Tings Relooped” klettert im Frühjahr 2004 mal eben einige Wochen auf Platz Eins der ODC, der Nachfolger “Never Be The Same” erscheint mit Remixen von Jesper Dahlbäck und JussiPekka. Zur Zeit feiern sich Markus Schulz und Ferry Corsten mit dem Titel.

Jens Mahlstedt arbeitet in den Neunzigern als Moderator für den SFB und Radio 4 U in Berlin und als Redakteur für Magazine wie Network Press, Cut und Boom. 1994/95 mixt er die ersten fünf Bonus-CDs der Trance Nation-Serie. Remixes für Lazonby, Eskimos & Egypt, Yello oder Tokyo Ghetto Pussy, Josh Wink´s Size 9 und Team Deep oder Casseopaya folgen.

1995 verlegt Jens nach Jahren in Berlin, Bremen und Hamburg seinen Wohnsitz nach London, der Stadt seiner Träume. Im ersten eigenen Tonstudio gleich hinter der Victoria Station entstehen neue Tunes und Soundtracks. Kein Freund von Schubladendenken jeder Art, stellt Mahlstedt 1995 seine Lieblingstitel des unsterblichen Bert Kaempfert für Polydor zusammen. Und für Push Communications mixt er die gesuchte Compilation ´Mind Control Vol. 1´ im Jahr 1997.

1998 folgt sein Debüt-Album „Monkey Island“ beim Hamburger Label Superstition Rec. Auskopplungen daraus sind „Gong Show“ und „Schwupp“, das vor allem im Steve Rachmad-Remix knallt. Seit Mai 1999 produziert Jens Mahlstedt mit Steve Mason, zunächst für dessen Label Experience 2000, Tech House und Funky Techno. Mit „Acid Phonk“ gelingt den beiden im selben Jahr ein weiterer Klassiker, der viele DJ-Charts anführt.

Die 2000er

Seit 2002 produzieren Steve Mason und Jens Mahlstedt als Sly Fidelity & Clubfoot Breakbeats und veröffentlichen diese auf verschiedenen renommierten englischen Labels, darunter Rennie Pilgrems 10 Kilo. Die Maxis laufen erfolgreich in der vitalen Breakbeat-Szene der Insel, vom Londoner East End bis in die Clubs der Südküste Brightons.

DIE PHYSIKER laufen vier ausverkaufte Spielzeiten lang am Deutschen Theater Berlin. DON CARLOS und DER STURM rocken das schläfrige Wiesbaden. Für die Smut´n´Sleaze-Meister Goldlight vertont er 2005 und 2006 die sechsteilige DVD-Reihe „Das Bizarre Lexikon“. Jens proudziert 2007 mit André Winter und liefert Musik für den Soundtrack des Psychodramas UNRELATED (Gewinner des FIPRESCI-Preises beim London Film Festival im Oktober 2007) der Londoner Regisseurin Joanna Hogg, auch auf DVD erhältlich.

Das aktuelle Projekt Sucker Punch mit dem Wahlberliner Sean Patrick hinterlässt erste Spuren.

Herr Mahlstedt lebt im Norden Deutschlands, wo er ein Studio im Grünen betreibt. Schöne Aussichten.